| Was einst über Lucka in der Zeitung stand - Teil 1 |
|
Altenburger Zeitung für Stadt und Land 30.1.1860 Lucka, 28. Jan. 1860 Gestern wurde hier in der Schnauder der Leichnam eines neugeborenen Kindes gefunden und gerichtlich aufgehoben. Die unnatürliche Mutter ist den Vernehmen nach zur Zeit noch nicht ermittelt. 2. Juli 1860 Lucka, 30. Juni Gestern wurde unsere Stadt durch einen unerwarteten, leider nur sehr kurzen Besuch Sr. Hoheit des regierenden Herzogs hoch erfreut. Hoch=derselbe kam in Begleitung des Herrn Hauptmann v. Knorrfrüh nach 9 Uhr an, nahm die Lokalitäten des neuen Gerichts= und Steuer=Amtsgebäudes eingehend in Augenschein und kehrte nach kurzem Aufenthalt nach Altenburg zurück. 17. September 1860 In unserer Stadt ward der gestrige Geburtstag Sr. Hoheit des Herzogs in einer sinnigen Vereinigung mit dem Erntedankfeste begangen. Am Morgen ertönte von dem Balkon des Rathhauses der Choral: „Nun danket alle Gott u.s.w.“ Die Erndte-Predigt des Pfarrsubstituts Dr. Geyer gedachte in ergreifenden Worten der Doppelbedeutung des Tages und legte der Gemeinde die zweifache Pflicht der Dankbarkeit eindringlich ans Herz. AM Abend fand ein Ball statt. 11. März 1861 Etablissements-Anzeige Einem geehrtem Publikum erlaube ich ergebenst anzuzeigen, dass ich mich im hiesigen Orte als Seilermeister etabliert habe. Mit der Bitte um gütige Berücksichtigung gestatte ich mir, namentlich mein Meisterstück, bestehend aus zwei Seilen, 1) 90 Ellen lang, 3 Zoll im Umfang, 2) 30 Ellen lang, 4 Zoll im Umfang, bestens zu empfehlen. Friedrich Peitzsch, Seilermeister 19. April 1861 Ankündigung Von heute an habe ich meinen bisherigen Wohnort Lucka verlassen und mich als Advokat ind Notar in Altenburg niedergelassen, wo ich Breitengasse Nr 410 im Barthschen Haus neben Hotel de Russie wohne. Zur Unterscheidung von meinem gleichnamigen Kollegen werde ich künftig als „Adv. Hase II.“ zeichnen Die Redaktion der „Altenburger Zeitung für Stadt und Land“ wird auch ferner von mir fortgeführt werden. Otto Hase II. 1. Mai 1861 Zur gefälligen Beachtung für Thierbesitzer Daß bei dem Unterzeichneten alle Sorten Pulver für Thiere, als Drusen=, Freß= Milchpulver ec., von mir selbst auf das Genaueste bereitet, zu haben sind, macht hierdurch bekannt Otto Ludwig, Thierarzt in Lucka 25. September 1861 Lucka, 15. Septbr. Heute, am Vorabend des Geburtstages Sr Hoheit des Herzogs Ernst, begann zum ersten Male die neue Post ihre regelmäßigen Fahrten zwischen Lucka und Kieritzsch, und die so lange von uns ersehnte Fahrpostverbindung der beiden genannten Orte ist uns zu unserer nicht geringen Freude endlich geworden. Der hiesige Stadtrath, an der Spitze Herr Bürgermeister Gerichtsamtm. Weber und eine Anzahl Bürger und Beamte Luckas begaben sich gegen Abend nach Kieritzsch, bestiegen des Postwagen unter einer Ansprache des Herrn Bürgermeister Weber mit einem Hoch auf Se. Majestät des König Johann von Sachsen und wurden am Weichbilde Luckas von Musik und der zahlreich vertretenen Bewohnerschaft des rtes empfangen und bis an das Rathhaus geleitet, wo ein sinnreiches Transparent die Feier des Tages verherrlichte. Herr Gerichtsamtm. Weber wies in einer Ansprache an die Bewohnerschaft Luckas auf die Wichtigkeit der uns gewährten wohltätigen Verkehrsanstalt hin und schloß mit einem Hoch aud Se. Hoheit dem Herzog Ernst, auf die Königl. Oberpost=Direktion sowie auf alle Die , welche zur Einrichtung der neuen Fahrpost irgendwie mit Rath und That gewirkt, in welches Jung und Alt fröhlich mit einstimmte. Ist nun eine nur geringe Rentabilität unserer neuen Fahrpost, vor der Hand in den zwischen der Leipziger Messe liegenden Zeiten wenigstens, vorauszusehen und hat demnach die Königl. Oberpost=Direktion in Beachtung dieses gewiß nicht unansehnlichen Grundes bisher gezögert, unserem Wunsche gerecht zu werden,so erkennen wir mit um so größerer Freude und Dankbarkeit das uns jetzt gebrachte Opfer an und leben der Ueberzeugung, dass die Frequenz der neuen poststrecke nach und nach nicht unbeträchtlich sich mehren wird, zumal wenn erst die bereits in Angriff genommene Chaussee von hier nach Neuselwitz vollendet ist und also die Postverbindung bis dahin sich ausgedehnt hat. Vielleicht wird auch endlich mit der beginnenden Seperation der Bräunsdorfer Grundstücke jener schmerzende Pfahl +im Fleische aller über Bräunsdorf nach dem Bahnhofe Kieritzsch Fahrenden, der über die Bahnschienen „mit Görgen ums Dorf“ führende Umweg auf den Bahnhof beseitigt und damit eine gute Viertelstunde Wegs gewonnen, wonach also auch der Post=Fahrpreis sich ermäßigen und eine gesteigerte Frequenz auch hierdurch sich herbeiführen ließe. Es hat seit mehreren Jahren der Verkehr in der hiesigen Brief= und Packereipost in zunehmender Würdigung der dadurch gebotenen Vortheile sich in ganz außerordentlicher Weise vermehrt und ist wohl nicht ohne Grund zu erwarten, dass auch der Vortheil der neuen Fahrpost hier und in unserer Umgebung täglich mehr und mehr gewürdigt werde, dass der berümte Geschäftsgrundsatz John Bulls und Bruder Jonatans :“Zeit ist geld“, auch hier zu voller Anerkennung gelangen und also der neuen Verkehrs=Anstalt eine solche Theilnahme zuführen wird, dass zur Erhaltung derselben größere pekuniäre Opfer für die Zukunft nicht mehr zu bringen sein werden. |
| < zurück | weiter > |
|---|