| Was einst über Lucka in der Zeitung stand - Teil 2 |
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Altenburger Zeitung für Stadt und Land 25. September 1861 Lucka, den 17. Sept. Der Geburtstag unseres durchlauchtigsten Landesherren wurde auch in unserem Städtchen in sinniger Weise gefeiert. AM frühen Morgen verkündet Kanonendonner den beginnenden festlichen Tag; bald darauf rief Reveille die Schützenkompanie zusammen und unter den Klängen der Musik zog unser munteres Schützenvölkchen hinaus nach dem Schießplatz. Daselbst fand während des Nachmittags ein Prämienschießen mit Konzertmusik statt und ein solenner Ball in den neu dekorirten Räumen des rathhauses beschloß die frohe Feier. Möge die Wiederkehr dieses Tages uns noch recht oft in gleicher Festesfreude, treu eingedenk ihrer hohen Bedeutung, vereinige! 7. Oktober 1861 Seit zwei Tagen hatte man in unserer Gegend einen seltenen Gast gesehen, einen stattlichen Hirsch mit neun Enden. Nachdem er den Meuselwitzer Torfgruben einen Besuch abgestattet, hatte er sich in den Luckaischen Forst zurückgezogen. Natürlich zogen die Jägersleute männiglich aus, um die seltene Beute zu erjagen. Heute ist denn das schmucke Thier erlegt worden, nachdem es schon gestern angeschossen worden war. Ob es aus dem Zeitzer Forst, der Gegend von Dessau oder sonst woher gekommen, darüber ist noch Streit unter den Gelehrten der Jägerei. 11. Oktober 1861 Vocal- und Instrumental-Konzert in Lucka Die Herren Kammer=Musiker Gebrüder Belcke wollen in Gemeinschaft mit dem Herrn C. F. Becker aus Leipzig unter freundlicher Mitwirkung des Fräulein Bergt aus Altenburg und einiger Kunstfreunde Sonntag, den 20. Oktober 1861, Nachmittags 4 Uhr, in dem neu dekorirten Rathhaussaale zu Lucka „zu Besten des dasigen Frauen=Vereins“ ein Konzert geben. Wir machen mit Vergnügen ein kunstliebendes Publikum hierdurch aud diesen uns bevorstehenden Kunstgenuß besonders aufmerksam. Der Vorstand des Frauen=Vereins Lucka 8. März 1872 Heute Nachmittag (6. 3.) gegen 4 Uhr wurde hier plötzlich eine ziemlich heftige Erderschütterung wahrgenommen, die ihre Richtung von Süden nach Norden zu nahm und so bedeutend war, dass man deutlich das wellenförmige Schwanken des Fußbodens fühlte, dass das Geschirr auf den Tischen und in den Schränken laut klirrte, die Gewichte an den Wanduhren in pendelartige Schwingungen geriethen und man selbst in eine unfreiwillige Bewegung versetzt wurde. Sie hielt allerdings nur ungefähr 5 Sekunden an, rief aber doch einen solchen Schrecken hervor, dass sich im Nu die Straßen mit Menschen füllten und sich ihre Beobachtungen dieses unheimlichen Ereignisses gegenseitig mittheilten. Glücklicher Weise ist es ohne Unfall vorübergegangen und eine Wiederholung desselben nicht eingetreten. 13. Mai 1873 Gasthofverpachtung resp. Verkauf Den mir eigenthümlich gehörenden hiesigen Rathskeller, mit welchem vollständige Schank=, Speise= und Gastwirtschaft verbunden ist, bin ich gesonnen, auf eine Zeit von 6 Jahren von Johannis d. J. an zu verpachten oder unter Umständen zu verkaufen. Pacht= oder Kauflustige ersuche ich hierdurch, zu dem auf Dienstag, den 27. Mai d. J. Vormittag 10 Uhr anberaumten Termin zur Verpachtung resp. Zum Verkauf sich im hiesigen Rathskeller zur bestimmten Zeit einzufinden. Die Pacht- resp. Kaufbedingungen werden im Termin selbst bekannt gemacht. Lucka bei Altenburg, den 9. Mai 1873 , A. Beer 13. Oktober 1876 Nach einer Bekanntmachung des Stadtraths zu Lucka haben die städtischen Einnahmen für 1875 37.057 M. 23 ½ Pf. Betragen, denen 36.548M. 70 ½ Pf. Ausgaben gegenüber stehen. Im Jahresabschlusse fanden sich also 508 M. 53 Pf. Kassenbestand. Unter den Einnahmen figurieren 12.000 M. neuaufgenommene Passivkapitale, 10.500 M. zurückgewährter Beitrag zum Bau des vormaligen Gerichtsamtsgebäudes, 5530 M. 51 Pf. Städtische Ausgaben; unter den Ausgaben hauptsächlich 7899 M. zurückgezahlte Passivkapitalien, 4066 M. 35 Pf. Verwaltungsaufwand und 12.218 M. 66 Pf. Für erkaufte Grundstücke. Der Armenaufwand der Stadt, der in besonderer Rechnung verrechnet wird, betrug 2036 M. 49 ½ Pf. |
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